Projekte

Was die Zukunft bringt:

Ein smartes Quartier für Wetzikon

Vom funktionalen Gewerbeareal zum lebendigen Ort, wo man wohnt, arbeitet und die Freizeit verbringt: die Transformation des RiAG-Areals an der Buchgrindelstrasse in Wetzikon.

Wir möchten unser Gewerbeareal im Buchgrindel in einem dynamischen Prozess über die nächsten Jahre qualitativ und nachhaltig entwickeln. Künftig soll hier ein vielfältiges Quartier nach dem Vorbild einer «smarten Zelle» entstehen: mit Raum für Gewerbetreibende und innovative Dienstleister, mit Wohnungen und Freizeitangeboten.

Der Entwicklungsprozess wird seit Herbst 2020 in einer Dauer-Ausstellung in den RiAG-Räumlichkeiten dokumentiert, welche die Besucher am Prozess teilhaben lässt. Sind Sie neugierig auf das neue Areal Buchgrindel? Hier entlang geht es zur Anmeldung für die Ausstellung.

Die Idee des smarten Quartiers entstand anlässlich eines Workshops der RiAG. Die Fragestellungen lauteten: Wie kann der Arbeitsort Buchgrindel attraktiver gemacht werden? Wie kann nachhaltig verdichtet und Leerstand vermieden werden? Die Vermutung lag auf der Hand: Mit einem gemischten Quartier – mit einer «smarten Zelle», die über die Grundstücksgrenzen hinaus Wirkung erzeugt, die in Etappen wachsen, sich teilen und sich mit anderen Zellen zusammenschliessen kann.

Andreas Binkert

Organisator Testplanung, Nüesch Development

Die Testplanung

Die Testplanung war ein erster Schritt zur Konkretisierung der Vision vom smarten Quartier im Buchgrindel. Sie wurde von 2019 bis 2020 zusammen mit der Stadt Wetzikon durchgeführt, um Ideen für die Zukunft des RiAG-Areals zu diskutieren.  

Die RiAG suchte Unterstützung bei drei Planerteams, um die praktische Umsetzung der Vision «Smarte Zelle» zu konkretisieren. Diese Vision ist nicht nur eine städtebauliche Aufgabe, sondern sie enthält explizit auch wirtschaftliche, ökologische und soziale Komponenten. Die Planerteams sollten Ideen skizzieren, wie das Leben auf dem Areal Buchgrindel künftig aussehen könnte und dabei auch über den Perimeter hinauszudenken.

Bei der Testplanung ging es nicht darum, einen Sieger zu küren, sondern in einem breit aufgestellten interdisziplinären Team gemeinsam zu neuen Erkenntnissen zu kommen. Die Inputs aus der Nachbarschaft und der Bevölkerung wurden in den Prozess integriert.

 

Das Pilotprojekt «HAUS AM FJORD»

Die RiAG hat beschlossen, den Vorschlag der Arbeitsgemeinschaft urbaNplus/Furrer Jud/Schmid Urbscheit weiterzuverfolgen, wie dies auch das Begleitgremium der Testplanung empfohlen hat. 

Das Pilotprojekt ist der erste Schritt einer etappenweisen Entwicklung des RiAG-Areals. Es betrifft nur das langgezogene Gebäude an der Buchgrindelstrasse 13. Wegen seiner Lage am Naturschutzgebiet hat es den Arbeitstitel «Haus am Fjord» erhalten. Das Gebäude soll um zwei Stockwerke abgebaut und dann um vier Stockwerke erhöht werden, was allerdings eine Anpassung des Gestaltungsplans bedingt.

Das Haus am Fjord um zwei Stockwerke zu erhöhen, hat nicht nur wirtschaftliche, sondern auch ökologische Gründe: Die RiAG will sorgsam mit dem Boden umgehen und die Aussenräume aufwerten, so dass sie für die ganze Nachbarschaft einen Mehrwert bieten.

Im Buchgrindel 13 soll ein breit diversifiziertes Nutzungsangebot entstehen. Die künftigen Flächen müssen so flexibel – sprich smart – sein, dass man jederzeit auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Nachfrage reagieren kann.

Johannes Reis

Geschäftsführer, Reichle Immobilien AG

Die Arbeitsgemeinschaft

Stefan Kurath, der Inhaber von urbaNplus, ist Professor für Architektur und Entwurf am Studiengang Architektur der ZHAW in Winterthur sowie Co-Leiter des Instituts Urban Landscape der ZHAW.

Für die Testplanung ist er eine Arbeitsgemeinschaft (ARGE) mit Patric Furrer und Andreas Jud von Furrer Jud Architekten sowie Markus Urbscheit von Schmid Urbscheit Landschaftsarchitekten angetreten.

    Furrer Jud Architekten

    Schmid Urbscheit Landschaftsarchitekten

    urbaNplus / Stefan Kurath / GmbH

Leben und Arbeiten im Haus am Fjord

Das Erdgeschoss des Hauses ist für gemeinschaftliche Nutzungen bestimmt, in den Obergeschossen gibt es kleine Apartments für Long- & Short-Stays sowie Wohneinheiten. Die Erschliessung der Laubengänge lässt die Trennung zwischen privatem und öffentlichem Raum verschwimmen. Gleichzeitig wird der Aussenraum aufgewertet, zum Beispiel mit einem Aussensitzplatz zum Fjord hin oder markanten Eingangsbäumen.

Innovative Energieansätze & nachhaltiges Bauen

Das Haus am Fjord soll so nachhaltig wie möglich realisiert werden und ohne fossile Brennstoffe auskommen – vielleicht sogar die Nachbarschaft integrieren. Die RiAG hat sich entschieden, das Haus am Fjord nach dem SNBS-Standard (Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz) zu zertifizieren. Auf dem Dach des Hauses am Fjord sollen daher Solarpanels Strom für das Smarte Quartier erzeugen. Die Kombination mit der begrünten Fassade schafft zudem wertvolle ökologische Nischen und fördert die Biodiversität. Dank Verdunstung wird das Stadtklima reguliert und der Wärmeinseleffekt reduziert – dadurch wird der Photovoltaik-Ertrag um etwa vier Prozent gesteigert.

Das Smarte Quartier Buchgrindel setzt ganz auf nachhaltige Energieversorgung und möchte seine Gebäude mit Erdwärme heizen und kühlen. Beim Haus am Fjord könnten elf Erdsonden gesetzt werden, weitere 26 Sonden wären möglich auf dem restlichen Gelände des RiAG-Areals.

Angestrebt wird das Zertifikat für 2000-Watt-Areale des Bundesamtes für Energie.

Coworking & Gewerbe

Trotz neuer Ansprüche geht bei der Aufwertung die Gewerbetauglichkeit nicht vergessen!

Alle Bauten sollen auch in Zukunft ebenerdig über grosse, hohe Räume mit Torsituationen verfügen. Es ist RiAG ein grosses Anliegen, dass das Unternehmertum weiterhin auf dem Areal Buchgrindel gefördert wird.

Die interne Erschliessung macht das 1. und 2. Obergeschoss perfekt für das (bereits bestehende) coworking-wetzikon.ch.

Gewerbliches Wohnen

RiAG ist im Gespräch mit Anbietern von Serviced Apartments, also kleine Wohnungen, die mit einem Hotelservice angeboten werden (Reinigung, Concierge etc.). Sie sind ideal für Leute, die nur eine temporäre Bleibe benötigen, aber nicht in einem anonymen Hotelzimmer wohnen möchten.

Mikro-Apartments & Clusterstudios

Innovativ Wohnen

Wohnen und Arbeiten am selben Ort – das sogenannte Co-Living soll im 2. Obergeschoss in Form von Working Lofts möglich sein. Der private Schlafraum wird mit gemeinschaftlichem Wohnen und Arbeiten ergänzt.

Man lebt nach dem Prinzip des «tiny house» gilt dagegen für die Wohneinheiten im 3. und 4. Obergeschoss. Sie zählen gerade mal 30 Quadratmeter, aber der Innenausbau ist durchdacht und sorgfältig konzipiert. Diverse Gemeinschaftsräume (Lounge, Waschküche, Aussenbereich etc.) ergänzen das Angebot und machen diese innovative Wohnform zum perfekten Mix aus Individualität und Gemeinschaft.

Klassischer Wohnraum mit Aussicht

Grosse Vielfalt

Die Wohnqualität wird nicht mehr (nur) über die Grösse und Ausstattung einer Wohnung definiert, sondern über ihre Flexibilität und die zusätzlichen Nutzungsoptionen. Die 1,5- bis 3,5-Zimmerwohnungen in den zwei aufgestockten Geschossen sollen praktisch geschnitten und bezahlbar sein. Spannende Grundrisse wie zum Beispiel Maisonette- oder Galeriewohnungen ergänzen die kleineren Wohneinheiten. Sie punkten mit der Aussicht übers Zürcher Oberland und den Pfäffikersee.

Freiräume

Heute graue Parkplätze, morgen grüne Aussenräume:

Die RiAG will den Aussenraum so bald wie möglich aufwerten, unter anderem mit viel Grün und einer Verbindungsachse für Fussgänger und Velofahrer zwischen Robenhausen und dem Zentrum. Der neu geschaffene, direkte Zugang zum Fjord stellt nicht nur für die künftigen Bewohner*innen des smarten Quartiers Buchgrindel, sondern für die ganze Nachbarschaft einen Mehrwert dar.

 

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